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Verein für biologisch-dynamisches Saatgut von Heilpflanzen
 
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Weshalb eine eigene biologisch-dynamische Heilpflanzenzüchtung?

 

  • Langfristig gepflegtes biologisch-dynamisch und biologisches Heilpflanzen-Saatgut ist heute nur begrenzt verfügbar. Die angebotenen Herkünfte stammen in den meisten Fällen lediglich aus einer Massenvermehrung oder höchstens aus einer einfachen Negativ-Auslese.
  • Seitens der verarbeitenden Betriebe sind die Qualitätsanforderungen an pflanzliche Rohstoffe in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Insbesondere müssen die Arten- bzw. Sortenechtheit, ein verlässlicher Gehalt an wertgebenden Inhaltstoffen sowie eine genaue Rückverfolgbarkeit der Saatgut-Herkunft dokumentiert werden.
  • Gleichzeitig besteht eine starke Tendenz, Heilpflanzen, die traditionellerweise aus Wildsammlung stammten, in Kultur zu nehmen. Gerade solche Arten rufen nach einer sorgfältigen Selektions- und Vermehrungsarbeit, wenn sie den genannten Anforderungen genügen sollen.
  • Saatgut aus konventioneller Züchtung ist im biologischen Anbau umso weniger brauchbar, als auch bei den Heilpflanzen zunehmend Hybriden und einseitig wirkstofforientierte Sorten propagiert werden. Dadurch besteht nicht nur die Gefahr, dass herkömmliches Heilpflanzensaatgut verdrängt, sondern dass ihm sogar die Verkehrsfähigkeit entzogen werden könnte.
  • Der Wunsch eines Teils der Wissenschaftsgemeinde, über genetische Manipulationen die „Nützlichkeit“ von Pflanzen zu steigern, wird auch vor den Heilpflanzen nicht Halt machen. Eine dem Wesen der Pflanzen angemessene Züchtung muss hier glaubwürdige und für die Praxis geeignete Alternativen bereitstellen.
  • Die langjährige Erfahrung aus der biologisch-dynamischen Getreide- und Gemüsezüchtung hat gezeigt, dass die Pflege der Pflanzen nach dieser Wirtschaftsweise per se als eine eigentliche Züchtungsmassnahme wirkt. Es darf damit gerechnet werden, dass solche feinstofflichen Qualitäten gerade bei den Heilpflanzen ihre Wirkungen auch auf die daraus hergestellten Präparate haben werden.

 

Saatgut als Gemeingut

 

  • Zahlreiche Initiativen formulieren zurzeit Modelle und praktische Konzepte als Alternativen zur Privatisierung und Monopolisierung des Saatguts. Sie suchen nach Möglichkeiten, wie dem Saatgut wieder der Charakter eines Gemeinguts gegeben werden kann.
  • Einen radikal freien Umgang fordert z.B. der Amerikaner Jack Cloppenburg mit seiner OPEN SOURCE INITIATIVE . Wer Saatgut erhält, soll geloben (Engl. pledge), dieses ebenso bedingungslos weiterzugeben, wie er es erhalten hat. Ein anderes Modell, entwickelt von Johannes Kotschi, Agrecol, schlägt einen Lizenzvertrag vor, der sich am Copyleft–Modell verschiedener alternativer Software-Anbieter orientiert.
  • Innerhalb des HORTUS haben wir uns ebenfalls intensiv mit dieser Frage beschäftigt und haben für den Umgang mit unserem Saatgut ein dreistufiges Modell formuliert:
    • Grundsätzlich betrachten wir das Saatgut, das wir gewinnen und weitergeben wollen, als Gemeingut. Wir erwarten vom Empfänger, dass er es nicht im Sinne einer Privatisierung beansprucht, verlangen hierfür aber keine Bestätigung im Sinne eines «pledge».
    • Bei Saatgut, das eine gewisse Selektionshöhe erreicht hat und dem wir einen minimalen Schutz geben wollen, werden wir die Abgabe auf die Vereinsmitglieder beschränken (in der Erwartung, dass diese den Gemeingut-Charakter des Saatguts zu schätzen wissen).
    • Für einzelne Selektionen, die auch für konventionelle Züchter zu einem lukrativen Ausgangmaterial für neue Sorten werden könnte, werden wir die Weitergabe an eine schriftliche Verpflichtung binden, dass der Empfänger das Saatgut nur für seine eigenen Zwecke verwenden, aber nicht weitervermehren und an Dritte abgeben darf.
  • Mit diesem einfach handhabbaren Modell glauben wir eine unserer biologisch-dynamischen Zielsetzung angemessene Form des «sozialen Umgangs» mit dem Saatgut gefunden zu haben. Es basiert auf Vertrauen und vermeidet gerichtliche Auseinandersetzungen.

    Stand November 2016

 

 
 


 

Komplementärmedizin und Naturkosmetik benötigen Heilpflanzen aus biologisch-dynamischem Anbau – einschliesslich deren Saatgut!